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Prof. Dr. Albert Hofmann
Im April 1943 schrieb Prof. Dr. Albert Hofmann in Basel in seinen Laboratoriumsbericht: "Am letzten Freitag, den 16. April, musste ich nachmittags meine Arbeit im Labor plötzlich aufgeben und nach Hause gehen, weil mich eine sehr merkwürdige Unruhe erfasste, verbunden mit einem leichten Schwindelanfall. Zu Hause legte ich mich zu Bett und versank in einen nicht unangenehmen, der Trunkenheit ähnlichen, Zustand, in dem mir besonders auffiel, wie lebhaft meine Phantasie war. Sobald ich meine Augen schloss, erlebte ich wunderliche Bilderszenen von ausserordentlicher plastischer Wirkung, verbunden mit kaleidoskopischen Spielen intensiver Farben." Hoffmann vermutete einen Zusammenhang zwischen seiner neuesten Laboratoriumsschöpfung und diesen Symptomen. Er nahm eine kleine Testdosis und schrieb darüber: "Ich verlor mein Zeitbewusstsein. Raum und Zeit lösten sich mehr und mehr auf, und die Angst, dass ich im Begriff sei, verrückt zu werden, überfiel mich. Das Schlimmste war, dass ich mir meines Zustandes völlig bewusst war, obwohl ich nichts tun konnte, ihn zu beenden. Gelegentlich kam es mir so vor, als befände ich mich ausserhalb meines Körpers. Ich dachte, gestorben zu sein. Mein Ich schwebte irgendwo im Raum, und ich sah meinen Körper tot auf den Sofa liegen." Die von Hofmann gefundene Substanz ist das d-Lysergsäure-Diäthylamid (LSD), welches unter anderem im Mutterkornpilz enthalten ist. Ähnlich wirkende Rauschgifte sind bei verschiedenen Völkern seit langer Zeit bekannt. Rauschdrogen galten als göttliche Geschenke, durch die Auserwählte in direkten Kontakt mit Geistern oder Göttern treten konnten. Neben solchen bewusstseinsverändernden Drogen gibt es heute eine grosse Anzahl natürlicher und synthetischer Mittel mit vorwiegend beruhigender oder anregender Wirkung. |