Persönlichkeit - was ist das?

Lange vor den Berufspsychologen haben sich Dichter und Philosophen für die Erforschung der Persönlichkeit eines Menschen interessiert. Von diesen elementaren Interesse zeugt schon die alte grieschische Inschrift des Apollo-Tempels in Delphi: >>gnoti sauton - erkenne dich selbst<<. Und tatsächlich sind es jene grundlegenden Fragen nach der eigenen Persönlichkeit, die sich jeder im Laufe seines Lebens immer wieder stellt: Als junger Mensch aus dem Bedürfnis, seinen Standort in einer persönlichen Umwelt zu bestimmen; später vielleicht aus der Verunsicherung durch geänderte Lebensumstände oder durch eine Partnerschaft heraus.

  • Was für ein Mensch bin ich eigentlich?
  • Ich erlebe mich zwiespältig. Wie bin ich wirklich?
  • Bin ich der(die)selbe, der (die) ich vor zwei, drei Jahren war?
  • Bin ich anders als die anderen, oder bin ich ähnlich wie sie?
  • Bin ich einmalig und einzigartig, oder vielleicht auswechselbar?
  • Fragen dieser Art gehören zu den interessantesten, aber auch schwierigsten im Bereich der Psychologie. Sie treffen unserer "Persönlichstes", Intimstes, sozusagen unseren Wesenskern.
    Kann die Wissenschaft auf Fragen dieser Art überhaupt Antwort geben? Schon der Ursprung des Wortes Persönlichkeit ist umstritten und lässt verschiedene Deutungen zu:
    >>persona<< = lat. Maske des Schauspielers im römischen Theater, das "Gesicht", das dem Publikum gezeigt wurde.
    >>personare<< = lat. "durchtönen" (etwas, das durchdringt).
    Noch mehr verwirren die etwa 80 verschiedenen Definitionen von "Persönlichkeit", aus denen meist ein bestimmter wissenschaftlicher Ansatz deutlich wird. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: "Persönlichkeit ist das individuelle Erlebens- und Verhaltensmuster eines Menschen".

    Unabhängig vom Streit um Definitionen hat die Persönlichkeitspsychologie jedoch zu interessanten Ergebnissen geführt. Sie hat Zugänge zu verborgenen Tiefen des eigenen Ichs eröffnet und bietet brauchbare Hilfen bei persönlichen Belastungen, Beeinträchtigungen und Krisen.
    Es ist üblich, den Forschungsbereich der Persönlichkeitspsychologie in zwei Bereiche aufzugliedern:
    Die Allgemeine Persönlichkeitspsychologie betrachtet die trotz individueller Unterschiede bestehenden, gemeinsamen Strukturen des Erlebens und Verhaltens. Sie liefert also Aussagen, die für alle ("normalen", erwachsenen) Personen gelten sollen.
    Die Differenzielle Persönlichkeitspsychologie betrachtet die strukturellen Besonderheiten des Erlebens und Verhaltens eines bestimmten Menschen, eines Individuums.

    Beim Versuch, die psychische Eigenart des einzelnen, dasjenige, was eben seine Individualität ausmacht, mit empirischen Methoden zu erfassen, erheben sich zunächst bestimmte Fragen:
    Gibt es diese psychische Eigenart als etwas Stabiles - als etwas, das innerhalb grösserer Zeitabläufe konstant bleibt? Und wenn ja - wie kann man so etwas Komplexes wie die persönliche Eigenart eines Menschen untersuchen, vergleichen, messen? Wieder vorausgesetzt, dies wäre möglich - wie sicher sind dann die Ergebnisse? Kann man Vorhersagen treffen, wie sich jemand in einer bestimmten Situation verhalten wird?







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